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Ihr habt in den letzten zwei Monaten wenig von mir gehört. Das hatte einen Grund – und der ist wichtiger als jedes einzelne Divi-Tutorial, das ich in dieser Zeit hätte drehen können. In diesem Beitrag (und im Video oben) erkläre ich, was in diesen zwei Monaten passiert ist und wie es hier in der Academy ab jetzt weitergeht.

Kurzfassung für Eilige: Ich habe vor laufender Kamera eine komplette Landingpage bauen lassen, danach die Startseite einer Divi-5-Website umgebaut und drei Beiträge samt Divi-4-zu-Divi-5-Konvertierung übertragen – ohne ein einziges Mal den Divi Builder zu öffnen. Nicht ich habe das gemacht. Claude hat es gemacht. Und genau darüber müssen wir reden.

30 Jahre lang war das Bauen das Teure

Über drei Jahrzehnte war die Produktion einer Website der eigentliche Kostenfaktor. Erst HTML, dann CSS, dann JavaScript, dann dynamische Seiten mit PHP, dann Content-Management-Systeme und Page Builder. Jede Stufe hat die Arbeit ein Stück zugänglicher gemacht – und genau dieses Wissen habe ich in der Academy weitergegeben: Internet-Grundlagen, Webprogrammierung, WordPress und natürlich Divi.

Warum Divi und nicht Elementor? Weil ich bei Divi ein Theme brauche und fertig bin. Bei Elementor brauche ich ein Theme plus mindestens zwei Plugins, bevor ich überhaupt anfangen kann. Das ist der ganze Grund. Und deshalb gab es hier immer reichlich Divi-Videos.

Seit ungefähr einem Jahr arbeite ich – anfangs experimentell, inzwischen ganz bewusst – mit künstlicher Intelligenz auf meinen eigenen Websites und auf Kundenprojekten. Ich programmiere kaum noch selbst. Ich prüfe Code, und selbst das nur noch stichprobenartig.

Divi 5 ist genial – und genau das ist das Problem

Auf YouTube gibt es inzwischen tausende Divi-5-Tutorials. Elegant Themes bringt ein Update nach dem anderen, gerade wieder vier neue Module, die man früher dazukaufen musste, und Nick Roach kündigt KI direkt in Divi 5 an.

Die Realität: Divi 5 ist super. Ich baue meine Websites im Moment ausschließlich damit, und ich würde mit Divi 4 keine neue Seite mehr anfangen. Aber Divi 5 ist komplex geworden. Statt das Ganze zu vereinfachen, kommen immer mehr Funktionen dazu – mächtige Funktionen, keine Frage. Nur ist jedes neue Feature sofort mit einer Lernaufgabe verbunden.

Das Problem ist nicht, dass ich als Webdesigner mit so einem Werkzeug arbeite. Das Problem ist, dass ich es kaum noch an Kunden übergeben kann. Die Einarbeitung ist ungleich aufwendiger als bei Divi 4. Und die ehrliche Frage lautet: Warum soll sich jemand einen Videokurs antun, der immer umfangreicher wird, wenn er eigentlich nur einen dreispaltigen Abschnitt mit drei Bildern und drei Texten setzen will?

Genau an dieser Stelle gewinnt die KI.

(Nebenbei: Die Divi-5-Hilfe ist fertig und geht mit diesem Video online. Noch nicht mit allen Inhalten, aber das Werkzeug funktioniert: Du klickst in Divi 5 auf eine Sektion, eine Reihe oder ein Modul – und bekommst genau dort das passende Hilfevideo eingeblendet. Dazu unten mehr.)

Test 1: Eine Landingpage, während wir reden

Im Video zeige ich zuerst eine ganz normale Landingpage, die für die Academy wirbt – SEO-Text, FAQ, ein „Zeig mir wie“-Button zur Anmeldung. Kein WordPress dahinter. Komplett mit KI erstellt, im Stil der Academy.

Dann habe ich eine leere Domain genommen, Claude den Projektordner und diese Seite als Vorlage gegeben und gesagt: Es geht um Divi-Tipps, so wie wir sie den Mitgliedern in der Academy vermitteln. Bring ruhig ein paar Beispiele für Divi 5. Viel Spaß.

Während ich vor der Kamera über die Zukunft gesprochen habe, hat Claude sich in unserem Projektordner angeschaut, wie wir das letzte Mal gearbeitet haben, was mir wichtig ist – und die Seite gebaut, hochgeladen und live geschaltet. Herausgekommen ist divi-tipp.de: sieben Tipps mit Verlinkung in die Academy, FAQ, ein Button zur Academy, ein korrektes Impressum und eine Datenschutzerklärung (die ich natürlich noch gegenlese). Das „Bild“ im Hero ist kein Bild – Claude hat ein Divi-Einstellungs-Panel aus reinem HTML und CSS nachgebaut. Das Favicon hat er ganz allein gemacht. Meinen Design-Guide – das Blau, das Gelb, die Schriften – hatte er, weil das alles in unserem CI festgelegt ist.

Dann habe ich zwei Fotos als Hero-Hintergrund nachgereicht. Ein Satz, kurz gewartet, erledigt. Das Bild lag danach übrigens nicht als JPEG, sondern als WebP auf dem Server – die Seite war also nebenbei auch noch geschwindigkeitsoptimiert.

Ich habe die Seite dann, ohne irgendetwas anzufassen, durch Googles PageSpeed geschickt. Ergebnis mobil wie am Desktop: 100 Leistung, 100 Best Practices, 100 SEO, 95 Barrierefreiheit. Die fehlenden fünf Punkte (Links nur durch Farbe erkennbar, Schrift etwas zu klein) könnte ich mit einem einzigen Befehl korrigieren.

Dass Claude HTML kann, ist keine Überraschung. Der eigentliche Test kam danach.

Test 2: Eine Divi-5-Startseite, ohne den Builder zu öffnen

Ich habe Claude eine bestehende Divi-5-Website übergeben – gleicher Hoster, gleicher Account, eine Startseite, die mir nicht gefiel – und gesagt: Das System ist Divi 5, lass uns die Startseite gemeinsam umgestalten. Dunkles Blau, dieses Bild fürs Hero. Vorbereitet hatte ich für diesen Teil: nichts. Außer dass ich die KI ein Jahr lang auf mein System trainiert habe.

Claude hat sich zuerst in das System eingelesen, geprüft, ob er Zugang hat, dann die komplette Divi-5-Dokumentation noch einmal durchgearbeitet, um auf der sicheren Seite zu sein – und die Startseite selbstständig neu gebaut. Nach 13 Minuten war sie fertig: neue Farben, Hero mit meinem Bild, die internen Seiten gleich mit Icons verlinkt.

Und dazu ein Bericht. Alles, was Claude macht, muss einen Bericht haben – damit ich jederzeit nachvollziehen kann, was wann gemacht wurde, falls etwas schiefgeht. In diesem Bericht stand unter anderem, dass er Divi-4-Migrationsreste gefunden, geprüft und gelöscht hat, und dass er sich das fürs nächste Mal gemerkt hat. Außerdem der Hinweis, dass er die Farben im Theme-Customizer und die globalen Divi-Farben noch nicht angefasst hat und ich da einmal reinschauen soll. Sie stimmten.

Der große Test: Lässt sich das Ganze in Divi 5 öffnen und bearbeiten? Ja. Er hat nicht einfach HTML in eine Seite gekippt – er hat eine echte Divi-Seite gebaut. Eine Divi-5-Seite, ohne dass ich den Divi Builder ein einziges Mal aufgemacht habe.

Test 3: Drei Beiträge aus der Academy holen – inklusive Divi-4-Konvertierung

Letzter Job der Demo. Die Website war ursprünglich dafür gedacht, unsere Divi-Layout-Pack-Beiträge aus der Academy auszulagern. Normalerweise würde ich die in WordPress exportieren und drüben wieder importieren. Stattdessen: „Hol mir drei Beiträge aus der Kategorie Divi Layout Packs und lege sie als Beiträge derselben Kategorie auf der neuen Seite an. Achtung, das sind Divi-4-Layouts, wir müssen wahrscheinlich den Migrator ausführen.“ Mehr habe ich nicht gesagt.

Claude hat in der Academy nachgeschaut (296 Beiträge in der Kategorie), die drei neuesten genommen, die leere Zielkategorie passend umbenannt, sich die Konvertierungs-Schnittstelle von Divi 5 angeschaut und dann selbst entschieden, wie er vorgeht. Ergebnis: Beiträge angelegt, Bilder in die Mediathek der neuen Seite übertragen, Divi 4 → Divi 5 konvertiert – ohne Klicken, der Migrator lässt sich per Code ausführen. Das Divi-4-Original hat er sich als Sicherung abgelegt, Konvertierungsstatus „Success“, und das Rezept dafür hat er sich gleich selbst in seine Dokumentation geschrieben.

Ein Detail für alle, die das kennen: Beim ersten „Beitrag bearbeiten“ wird so ein Beitrag manchmal nicht als Divi erkannt. Einmal „Use the Divi Builder“ klicken, speichern, erledigt. Danach lässt sich alles im Builder bearbeiten, wie man es möchte.

Und ja: Ich schaue mir trotzdem jeden Beitrag an. Stimmen die Texte, stimmen die Links, funktionieren die Bilder, gibt es die Live-Demos noch? Diese Checks mache ich. Ich könnte sie inzwischen auch Claude geben – „prüf alle Links auf der Seite und recherchiere gleich die neuen, wo einer tot ist“ – und er würde sie finden.

Meine Prognose: In spätestens anderthalb Jahren loggt sich niemand mehr ein

Die Fragen der Zukunft lauten nicht mehr „Divi oder Elementor?“, „welches Theme?“, „welches Plugin?“. Die Fragen lauten: Brauchen wir überhaupt noch einen Page Builder? Brauchen wir WordPress? Brauchen wir am Ende nur noch Serverplatz und eine KI mit Zugriff darauf? Und der Endkunde fragt sich: Brauche ich überhaupt noch jemanden, der mir eine Website baut?

Meine Voraussage, und anderthalb Jahre sind dabei das absolute Maximum, das ich sehe: In spätestens anderthalb Jahren loggen sich die meisten Website-Betreiber nicht mehr in ein Backend ein.

Ausnahmen gibt es, und die sind wertvoll: Menschen, denen es Spaß macht. Einer meiner fleißigsten Freunde pflegt seine Seite komplett von Hand – jedes Bild, jeder Text, alles selbst gesetzt, mit so viel Liebe, dass eine KI dort gar nicht hineinpasst. (Und trotzdem nutze ich die KI, um Fehler auf genau dieser Seite zu beheben.)

Werden Page Builder komplett verschwinden? Ich glaube nicht. Es gibt genug Menschen, die sich an WordPress, an Divi, an Elementor gewöhnt haben und selbst gestalten wollen – vielleicht mit KI-Unterstützung, vielleicht ganz ohne. Und ob es in fünf Jahren noch WordPress oder Divi gibt, weiß niemand. Ehrlich: niemand.

Warum du trotzdem einen Webdesigner brauchst

Was derjenige, der seine Website mit KI baut, in der Regel nicht kann: beurteilen, ob diese Website tatsächlich funktioniert.

Jeder, dem ich in den letzten Wochen gesagt habe „ich muss dir was zeigen“, hatte selbst schon etwas mit KI gebaut – und auf meine Fragen „hast du das geprüft, jenes geprüft?“ kam: „Nein, das geht auch so.“ Nein, das geht nicht so. Bei dem einen waren Sicherheitslücken drin, bei dem anderen fehlte die Datenschutzerklärung komplett. Eine Website ist immer noch deine Karte zur Welt.

Ich konnte diesen Workflow nur entwickeln, weil ich Webentwickler bin. Die Erfahrung, die ein Webdesigner mitbringt, lässt ihn in kürzester Zeit beurteilen, ob das, was da steht, wirklich gut ist. Das ändert meinen Job – aber es schafft ihn nicht ab.

Und was ich dir rate: Finger weg, bis ich es dir gezeigt habe

Ganz offen: Normalerweise würde ich das niemandem zeigen. Ich habe extreme Sicherheitsvorkehrungen getroffen, bevor ich Claude diese Macht in die Hand gegeben habe. In der Academy darf er zum Beispiel keine Nutzertabellen anfassen – nur Beiträge und Seiten. Die Sicherheitsprotokolle fürs Programmieren sind seitenlang; ich habe Monate damit verbracht, sie zu schreiben. Und ich lasse regelmäßig alten Code gegenprüfen: „Kontrollier das, findest du Fehler?“ Mit dem aktuellen Modell (Fable 5) findet er immer welche – keine gravierenden Sicherheitslücken, aber Dinge, die besser gehen. Die Modelle sind inzwischen so gut, dass ich beim Programmieren nicht mehr mithalten kann.

Ich habe mich entschieden, genau das in der Academy zu zeigen. Weil ihr es sowieso probieren werdet, sobald solche Videos die Runde machen. Deshalb mein Rat, und ich kann es nicht anders sagen: Lasst die Finger davon, bis ich es euch gezeigt habe. Wir machen hier kein Clickbait, wir haben keinen Sponsor, alles ist werbefrei – und es ist mir ein echtes Anliegen, dass ihr es so macht, wie ich es zeige. Dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Was ihr dafür nicht braucht: irgendwelche Zusatz-Tools. Kein MCP-Download für dies, kein Plugin für jenes, keine Firma, die euch 50 KI-Agenten baut, die sich gegenseitig kontrollieren. Ihr braucht ein Werkzeug, und das heißt Claude. Was eingerichtet werden muss, damit er das tun kann, was ihr im Video gesehen habt – das zeige ich euch. Ohne Drittanbieter.

Was ab jetzt hier passiert

Das ist das Fazit der letzten zwei Monate, und damit läute ich den Herbst ein:

  • Die kommenden Videos drehen sich um Webdesign mit KI – Schritt für Schritt, so wie ich es selbst mache.
  • Die Divi-5-Hilfe ist online. Klick in Divi 5 auf Sektion, Reihe oder Modul und bekomm dort das passende Video. Zum Divi 5 Helper (Mitgliederbereich)
  • Der Download-Bereich füllt sich wieder – mit Eigenentwicklungen, die mit Hilfe von KI entstanden sind. Den Anfang machen zwei Plugins. Eines davon ersetzt sechs meiner bisherigen Standard-Plugins (die, die ich auf jeder Website installiert hatte) durch ein einziges: schlank, ohne Werbung, ohne Geschwindigkeitsverlust – ausgeliefert über unseren eigenen Update-Server.

Ihr habt gesehen, was kommt. Und bis dahin bleibe ich euer Frank.

Noch kein Mitglied? Genau das hier – KI-Workflows, die funktionieren und sicher sind – wird einer der Schwerpunkte der Academy in den nächsten Monaten.